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Narren und Sterbliche - Bernard Cornwall

Ich bin ein absoluter Shakespeare-Fan und wollte dieses Buch unbedingt lesen. Leider bin ich von dem Buch aber etwas enttäuscht worden.

Inhalt: 
William Shakespeare, den Namen kennt wohl jeder. Eher weniger berühmt ist sein jüngerer Bruder Richard, der ein Schauspieler in Williams Trupp ist und wegen seines Aussehens Frauenrollen bekommt und spielt. Richard ist die Frauenrollen satt und möchte endlich ein Mann sein und auch einen Mann auf der Bühne verkörpern. Doch William hält nichts davon. Bis das neue Stück "Ein Sommernachtstraum", das auf der Hochzeit im Adelstum, bei der sogar ihre Majestät höchstpersönlich anwesend sein mag, gespielt werden soll, gestohlen wird. Und nicht nur das, auch das bisher unveröffentlichte und super geheime Stück, das in Verona spielt, wird gestohlen. Richard, ein Taschendieb, wie er im Buche steht, sieht seine Chance. Sollte er die Manuskripte beschaffen, will er eine tragende Männerrollen im neuen Stück. Doch die Puritaner und Peservanten, die alles daran setzen die Schauspielhäuser zu zerstören, sind dem Trupp dicht auf den Fersen. Kann Richard es schaffen oder wird der Trupp untergehen?


Meinung:
Die Handlung hörte sich für mich total spannend und interessant an, aber bis die Manuskripte gestohlen werden, dauert es bis zur Hälfte des Buches (insgesamt 585 Seiten!). Und dann dauert es nur 10 Seiten, bis die Manuskripte wieder beschafft werden. Es fehlt dem Buch total an Spannung und die Spannung, die dann da ist, wird innerhalb eines Wimpernschlages zunichte gemacht. 
Das Buch konnte mich leider nicht so richtig fesseln. Viele Beschreibungen von wirklich unwichtigen Dingen waren total langatmig und haben sich durch das Buch hinweg mehrfach wiederholt, z.B. worum es im Sommernachtstraum geht, was ich langweilig, eintönig und fast schon nervig fand. Es wurde immer wieder der Dreck und die Kälte betont und ich weiß nicht wie oft erzählt wurde, dass es schneit, dass es kalt ist und dass Richard sich am Kamin wärmen muss. Ja, ich habe verstanden, dass es Winter ist und das die Lebensumstände nicht einfach sind.

Das England zu der Zeit (Ende des 16. Jahrhunderts) muss wirklich grauenhaft gewesen sein. Die historischen Beschreibungen der Lebensumstände von Schauspielern und Schauspielhäusern fand ich gelungen und auch interessant. 

Weniger gelungen fand ich die Charaktere. Alle Mitglieder in William Shakespeares Schauspieltrupp haben mir durchweg zu viel lamentiert und herumgemeckert, allen voran William und Richard. Richard ist der Erzähler dieser Geschichte und hatte wirklich kein leichtes Leben. Ich kann auch so halbwegs verstehen, warum er keine Frauenrollen mehr spielen will, zu der Zeit war es aber nun mal einfach so und er musste mit so viel schlimmeren leben als damit, weswegen ich sein Gemecker gar nicht verstanden habe. 

Um dem Ganzen überhaupt einen Erzählstrang zu geben, wurde noch eine Liebesgeschichte eingebaut. Die fand ich aber ziemlich oberflächlich, historisch nicht angemessen und allgemein langweilig. 

Fazit:
Meine Erwartungen waren hoch und leider bin ich tief gefallen. Dennoch gebe ich dem Buch 3 von 5 Sterne, weil es als Zeitvertreib ganz okay war und weil ich einfach Shakespeare-Fan bin.

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