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David Sheff - Gefangen und Frei (nach einer wahren Geschichte)

Sehr bewegendes, aber auch aufmunterndes Schicksal nach einer wahren Geschichte.

Inhalt:

Jarvis J. Masters wird wegen mehrerer krimineller Vergehen inhaftiert. Er ist 19 Jahre alt als er ins Gefängnis kommt, wobei er mehrere Erziehungsheime und Jugendgefängnisse hinter sich hat. 

Bald schon schließt er sich der Black Panthers Gang an. Eines Tages kommen Polizisten in seine Zelle und teilen ihm mit, dass er zum Tode verurteilt wird, da er die Mordwaffe, die einen Gefängniswärter umgebracht hat, zur Verfügung gestellt bzw. hergestellt habe. Jarvis Masters beteuert seine Unschuld, doch auch mehrere Revisionen und die Hilfe von Aktivisten bringt nichts. Nach drei Jahrzehnten im Todestrakt, wartet er immer noch auf sein finales Urteil. 

Glücklicherweise trifft er auf Menschen, die ihm dabei helfen, seinen Aufenthalt im Todestrakt zu überstehen. Das Zentrum dabei bildet sein wachsender Glaube an den Buddhismus. 


Meinung:

Das Buch handelt zwar von Jarvis J. Masters, wurde aber von David Sheff geschrieben. Dieser hat.Masters oft im Gefängnis besucht und hat mit ihm sehr viele Gespräche in zig Stunden geführt. Außerdem hat er auch andere Menschen, die mit Masters zu tun haben/hatten befragt und somit den Wahrheitsgehalt seiner Aussagen geprüft.

Am Anfang betont der Autor, dass er nicht 100%ig beweisen und wissen könne, dass Mastes unschuldig sei und den Leser keine Richtung vorgeben möchte, sondern selber beurteilen lassen mochte. Es wird auf den ersten Seiten aber sofort klar, dass es durchaus eine konkrete Richtung gibt und dass Sheff mehr als überzeugt von Masters Unschuld ist. Deswegen habe ich auch einen Stern abgezogen, denn eine neutrale Urteilsbildung bleibt dem Leser komplett verwehrt, man steht von Anfang an hinter Masters. 

So wird auch sprachlich erzählt. Es gibt distanzierte Abschnitte, in denen neutral die Fakten angeführt werden, der Großteil des Buches wurde aber so geschrieben als handele es sich bei Masters um eine Figur, die man eben beim Lesen verfolgt. 

So wurden einige wichtige Details weggelassen, die mich etwas fragend und auch unbefriedigt zurückgelassen haben. Sein Urteil bleibt über das ganze Buch hinweg fragwürdig bis komplett unverständlich, das Rechtssystem in den USA wird als komplett willkürlich, gemein und inkompetent, fast schon diskriminierend dargestellt (ob das stimmt oder nicht soll beiseite gelassen werden) und bei so manchen Entscheidungen, die er fällt, fehlen einfach die Ansichten der Personen, die seine Entscheidungen auch betreffen und beeinflussen. 

Ich fand die Schilderungen wirklich sehr interessant, insbesondere das, was man über den Buddhismus lernt, fand ich sehr gelungen. Auch, dass das Buch in die vier Grundweisheiten des Buddhismus unterteilt ist, mag ich. Ich finde es sehr authentisch dargestellt, wie Masters sich über das Buch hinweg entwickelt und welche Schwierigkeiten er mit den buddhistischen Praktiken hat, dass sie nicht sofort wirken, dass sie nicht immer wirken, dass er manchmal das Gefühl hat, es nicht mehr zu schaffen. Das scheint mir sehr nah an der Realität.


Fazit:

Sehr interessante Geschichte, sehr interessanter Mensch, sehr interessante Wandlung und Inhalte. Das einzige, was mich eben gestört hat, ist der Umstand, dass man als Leser fast schon in eine Richtung gezwungen wird.

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