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Sasha Filipenko - Der ehemalige Sohn

Zisk führt ein normales Leben in Belarus. Naja, so wie eben ein Leben normal sein kann. Er besucht eine Musikhochschule, trifft sich mit Freunden, hat seine erste Freundin. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Zisk. Er will sich mit Nastja, seiner Freundin zu einem Konzert treffen als ein schlimmes Unwetter anfängt und die Menschen in Panik geraten. Zisk fällt ins Koma und dort liegt er für fast 10 Jahre. Doch dann meint es das Schicksal gut mit ihm, er wacht auf. Und er muss feststellen, dass sich das Leben in Belarus auch nach 10 Jahren nicht verändert hat.



Meinung:

Das Buch besticht durch Ehrlichkeit. Die Geschichte/Handlung als solche lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen, aber die Ehrlichkeit und Offenheit, mit der der Autor die Geschehnisse schildert, sind unvergleichbar. 

Es gibt nur wenige Figuren, die eine Rolle spielen, aber die haben es in sich. Es gibt Sympathieträger und es gibt regelrecht Hassobjekte. Und dabei muss man sich immer vor Augen führen, dass es auf wahren Begebenheiten beruht (die Figuren usw. sind fiktiv, aber das, was sie sagen, wie sie handeln, dass ist wahr). 

Der Sprachstil ist eine Mischung aus einfacher plakativer Sprache und hoher Metaphorik. Sie ist teilweise plump und andererseits auch gehoben und philosophisch. Es befinden sich sehr viele Monologe in dem Buch, die intensiv und hautnah die Probleme des Landes und der Regierung beschreiben.

Ich persönlich wusste vorher nur sehr wenig bis nichts über Weißrussland und die Politik und das Leben dort. Durch das Buch habe ich so viel teilweise Erschreckendes, teilweise Beunruhigendes erfahren. So oft kann man einfach nur den Kopf schütteln und sich fragen, wie so etwas sein kann. 

Es gibt ein Vorwort des Autors, das sehr berührt. Weiterhin gibt es ein Nachwort, das dem Leser etwas mehr erklärt und beim Lesen und Verstehen hilft. 


Fazit:

Erschütternd! Definitv lesenswert.

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